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Saarbrücker Zeitung vom 11.10.2011
Genealogen treffen sich in Saarlouis
Manch einer würde staunen, mit wem er verwandt ist oder woher er stammt. Wer diesen Fragen nachgehen will, findet in Saarlouis ideale Voraussetzungen.
Darauf weist demnächst der Genealogentag 2011 hin.
Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing
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Saarlouis. Wer Glück hat, kommt morgens zum Genealogentag 2011 und geht am Abend mit dem Stammbaum seiner Familie wieder nach Hause. Dafür braucht es jedoch mehr als Name und Wohnort. "Der Name des Großvaters sollte es schon sein", sagt Hans Peter Klauck, zweiter Vorsitzender der Vereinigung für Heimatkunde. "Aber wegen des Datenschutzes sollte der um 1900 und früher geboren sein."
Auf den interessanten Bereich der Familiengeschichte macht die Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis erneut mit einem Genealogentag aufmerksam. Die erste Veranstaltung in Saarlouis fand Ende der 1990er Jahre statt. Ganz wichtig dabei sei der Austausch mit Vereinen in der Großregion, erklärt Klauck. Davon könnten auch alle interessierten Personen profitieren.
24 Vereine haben sich diesmal angemeldet. Aus dem Saarland kommen sie, aus Lothringen, Luxemburg, Belgien und Rheinland-Pfalz. "In ganz Südwestdeutschland sind wir die Einzigen mit einer solchen Veranstaltung", sagt Klauck. Gleichzeitig sei Tag der offenen Tür im Kreisarchiv, das auch das Zentrum für Familienforschung beherbergt. Dort befindet sich eine der größten genealogischen und heimatkundlichen Sammlungen Südwestdeutschlands.
Regale voller Bücher
Bis zur Decke stehen die Regale voll mit Büchern über Dörfer und Regionen, Familiennamen ganzer Ortschaften, Karten und Lexika. Die Nutzung sei übrigens kostenlos, betont Geschäftsführerin Barbara Ames-Adler.
Beim Genealogentag präsentiert ein umfangreicher Büchermarkt im großen Sitzungssaal des Landratsamtes Antiquarisches für Sammler. Zusätzlich halten die Vereine ihre aktuellen Forschungsergebnisse bereit.
Der Saarlouiser Genealogentag 2011 ist am Sonntag, 16. Oktober, von 10.30 bis 18 Uhr. Offizielle Eröffnung ist um elf Uhr im Landratsamt. Veranstaltet wird er von der Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis sowie dem Landkreis Saarlouis. Der Eintritt ist frei.
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Saarbrücker Zeitung vom 17.10.2011
Sind Schwaben eigentlich Saarländer?
Weit verzweigt sind die Verwandtschaftsverhältnisse vieler Familien. Das zeigte der Saarlouiser Genealogentag 2011 am Sonntag im Landratsamt. Von 10.30 bis 18 Uhr informierten sich Hunderte Besucher über Herkunft und Geschichte.
Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing
Saarlouis.
Wer hier fragte, stieß auf überraschende Familienbande. Beim Saarlouiser Genealogentag 2011 im Landratsamt ging es am Sonntag um Stammbäume selbst über Orts- und Landesgrenzen hinweg. Mit die weitesten Verzweigungen wies die Arbeitsgemeinschaft der Banater Schwaben auf. „Die meisten unserer Vorfahren kommen aus dem Saarland und von Lothringen“, sagte der Vorsitzende der Banater Schwaben aus Mannheim, Richard Jäger. Bis etwa 1785 fanden Auswanderungen in die Region nördlich von Belgrad statt, in die rumänische Region Banat an der Donau. „Meine Vorfahren“, sagte Jäger, „die stammen aus Felsberg. Wir sind also nicht wirklich Schwaben“.
Mit dem Finger auf dem ausgedruckten Stammbaum suchte eine ältere Frau aus Elm nach Spuren der Familie. Parallel dazu blätterte sich ein Helfer der „Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis“ durch Namenslisten. Von Derlen nach Bous und Köllerbach reichten einige der verwandtschaftlichen Verbindungen.
Heimat und Familie, Geschichte und Landeskunde bildeten den Rahmen im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes. Dort präsentierten an die 24 Vereine ihre Forschungsergebnisse und Bücher. „Der Jacques war verheirat mit der Kopp, Marie“, stellte Tun Jacoby vom Luxemburger Verein „Luxracines“ einem interessierten Besucher dar. „Und wir sind verwandt“, sagte er ihm. „Nicht direkt, aber über irgendeine Linie.“ In der habe es übrigens auch einen gewissen Pierre Cané gegeben. „Von Beruf war der Scharfrichter.“
Seite um Seite blätterte Francy Risch durch Einwohnerbücher. Immer wieder griff er nach seiner handlichen Digitalkamera und fotografierte ganze Seiten ab. „Das ist besser und praktischer, als sich die Finger wund zu schreiben.“ Aus Luxemburg sei er und suche für einen Freund nach den Vorfahren.
Foto-Impressionen vom Genealogentag
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