| zurück zu vfh-Saarlouis Teufelsburg1.de Felsberg-Saar.de Ein Beitrag von Robert Seyler 1955 in Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 5. Jahrgang S.66 Die "Teufelsburg" auf dem Schloßberg bei Felsberg Lage: Westlich von Saarlonis liegt die Gemeinde Felsberg, die aus Ober- und Unterfelsberg besteht. Von Oberfelsberg aus zieht sich eine Bergnase nach Nordo.sten hin, der Schloßberg. Auf dessen äußerster Spitze liegen die Reste der Burg. Name: Die Burg wird im Volksmund ..Teufelsburg" genannt. Wegelagerer und umherziehende Leute, die in den verlassenen Gewölben gehaust haben, sollen angeblich die Ruine derart in schlechten Ruf gebracht haben, daß ihr der Volksmund diesen anrüchigen Namen gegeben hat. Der alte, heute nicht mehr gebräuchliche Name, soll Neuenfelsberg sein, im Gegensatz zur Burg Altenfelsberg die bei St. Barbara lag. Beschreibung: Die Spitze der Bergnase, auf der das Kernwerk liegt, ist durch einen in den Sandstein gehauenen Halsgraben vom übrigen Teil des Berges getrennt. Bei einer gelegentlichen Freilegung der Felswände des Grabens, hatte man den beiderseitigen Aushub in der Mitte des Grabens zu einem kleinen Wall aufgehäuft, wodurch vielfach die Meinung entstand, daß an dieser Stelle zwei Gräben vorhanden gewesen wären. In der Mitte des Kernwerkes erhebt sich ein 3 bis 4 m hoher Felssockel der teilweise timmauert ist. Auf dem Felsklotz wird wohl der Palas mit anderen Bauten gestanden haben, wovon noch Fundamente und der Rest eines Kellergewölbes erhalten sind. An der Südostseite des Felsens befand sich vermutlich eine Pforte, der eine noch stehende Säule zugeschrieben werden könnte. Hier lag auch der Zugang zum inneren Hof. Dieser Zugang wurde einst durch einen Torturm geschützt, dessen unterstes schießschartenversehene Stockwerk im Boden des Halsgrabens steckt. Das ganze Kernwerk war wohl einst von einer Mauer umgeben, von der an der Südostseite noch Teile erhalten sind. Der Stumpf eines halbrunden Turmes ist ebenfall" noch vorhanden. Unterhalb des Kernwerkes hat man die ganze Felsnase bastionartig abgeschrotet. Nach Südwesten schloß sich einst jenseits des Halsgrabens eine Vorburg an. Wenn auch heute infolge eines ausgedehnten Steinbruchbetriebes kein sichernder äußerer Graben mehr zu erkennen ist, so sind doch Anzeichen vorhanden, die auf das Bestehen einer Vorburg schließen lassen. Etwa 15 m vom oben erwähnten Halsgraben liegen zwei in den Felsen eingehauene Tröge, die als Wassersammelbecken dienten. Weiter zum Graben zu sind noch andere Bearbeitungsspuren zu sehen. In der südwestlichen Felswand des Halsgrabens sind mehrere Balkenlöcher, die angeblich von Stallhauten jüngeren Datums herrühren sollen
Die Teufelsburg bei Felsberg. Blick aus der Südecke des Grabens auf das Kernwerk.Die Ziffern haben folgende Bedeutung: 1. Schuttkegel innerhalb des Halsgrabens 2. Abgeschrotete Felswand des Kernwerkes 3. Mauerreste 4. In den Hecken liegt das Erdgeschoß eines Torturmes. Die Schießscharten liegen tiefer als 1 Meter unter den Schuttmassen. 5. Standort der Säule an der Südostseite der Burg. 6. Zugang zum Kernwerk.
Blick von Süden auf den Rest der Stützmauer am Südostende des Halsgrabens. 1955
Die Teufelsburg bei Felsberg: rechtsBlick auf die Säule an der Südostseite der Burg 1955 Innerhalb der wahrscheinlichen Vorburg sah ich noch im Jahre 1947, etwa 10 m von den Trögen entfernt eine 3 m tiefe Felsenhöhle, die heute jedoch das Opfer des Stein-bruchs 'geworden ist. Funde: Bisher von mir aufgefundene Gefäßreste stammen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert. Bis heute sind noch keine Funde zu verzeichnen, die darauf schließen lassen könnten, daß an der Stelle der Burg Neuenfelsberg früher ,schon ein anderer Wehrbau stand. Geschichte: Die Burg Altenfelsberg bei St. Barbara war im Jahre 1341 durch den Kurfürsten Balduin von Trier zerstört worden. Wenige Jahre danach wurde dann die Burg Neuenfelsberg, die "Teufelsburg", erbaut. Im Jahre 1370 bestätigte der Ritter Arnold von Felsberg, daß er die Burg vom Herzog von Lothringen zu Lehen empfangen hätte. Nach dem Aussterben des Mannesstammes derer von Felsberg geriet ,die Burg durch Heirat in die Hände verschiedener Familien. So gehörte sie im Jahre 1397 einem Ritter Werner Hutzing, 1456 Bernhard von Pallant, 1518 Philipp Jakob von Helmstadt, 1548 Tiburtius Bechtolf von Flersheim, 1611 dem Freiherrn von Hohensaxen und noch später den Freiherrn von Haen auf Burg Eseh. Auf Befehl Ludwig XIV. wurde die Burg im Jahre 1666 zerstört. Später hören wir noch, daß der Herzog Leopold von Lothringen im Jahre 1699 Felsberg durch Kauf erwarb. Deutung: Die Burg wird wohl zur Sicherung der Straße von Wallerfangen nach Loth ringen .erbaut worden sein. > Sagen: Wir finden eine Sage bei Lohmeyer: ,.Die Sagen von der Saar, Blies, Nahe usw.", III. Auflage, Nix 138. Literatur: Hoppstädter, Kurt: "Saarländische Burgen die niemand kennt" in der Saar-brücker Zeitung vom 27. Januar 1949. Meyer, J. Ludwig: "Winterliche Rast auf der Teufelsburg", in der Saarbrücker Allgemeinen Zeitung vom 10. Dezember 1955. Niessen: "Geschichte des Kreises Saarlouis", I. Teil, S. 166; Zimmermann, Walther: ..Die Kimstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis", S. 187.
Plan der "Teufelsburg" bei Felsberg 1954 |
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